Zeichnung einer Bienenkönigin

Königin Zusetzen (Einweiseln)

Auf dieser Seite möchten wir euch verschiedene Verfahren beschreiben wie man Königinnen zusetzt oder auch "Einweiseln" genannt. Leider ist keine der Methoden mit 100% Erfolg. Beachtet man aber einige Kleinigkeiten und die Entwicklung einer Bienenkönigin so kann die Quote der Annahme stark erhöht werden.

Einleitung

Entwicklung einer Bienenkönigin

Drei - Fünf - Acht - Schon ist die Königin gemacht

Diesen Satz, zumindest in ähnlicher Weise, wird wohl jeder der sich mit Bienen beschäftigt schon mal gehört haben. Mit dessen Hilfe kann man sich einfach merken das eine Königin nach 16 Tagen ihrer Wiege entspringt. Nur sollte man nicht denken das die Entwicklung der Königin damit abgeschlossen ist. Auch nicht wenn die junge Frau nach ungefähr sechs Tagen von ihrem Hochzeitsflug zurückkehrt. Nach der Begattung benötigt Sie wenigsten noch einen Tag bevor sie mit der Eilage beginnt. Doch selbst dann schreitet die Entwicklung weiter vorran.

Eine junge Weisel ist sehr unruhig und erschreckt leicht. Sie läuft sehr schnell über die Wabe und sucht in der Dunkelheit Deckung. Eine ausgewachsene Königinnen schreitet majestätisch über die Wabe und läßt sich nicht so schnell beeindrucken. Jede Aufregung im Stock ist jedoch für die Bienen ein Warnsignal. Ob nun Feinde oder die junge Königin dieses verursachen. Grundlegend ist eine Königin erst mit vier, teilweise auch erst sechs Wochen nach Beginn der Eilage voll entwickelt.

Günstige Zeitpunkte zum Umweiseln

Grundlegend kann man zu jeder Jahreszeit umweiseln. Ausgenommen im Winter. Jedoch sind der Herbst und Frühjahr besser geeignet, da sich dann meist (noch) keine Drohnen in den Völkern befinden. Ein Volk ohne Drohnen nimmt fast immer die ihr gebotene Weisel an.

Auswirkungen des Versand

Wird eine Königin über einen längeren Zeitraum auf begrenzten Raum gehalten, kann sie als bald nicht mehr Legen und es kommt zu einem Eistau. Ebenso ist meist das Futterangebot für die Königin im Versandkäfig auf den von ihren Begleitbienen verzerten Futterteig beschränkt. Auch können die wenigen Begleitbienen nur schwer eine angenehme Temperatur aufrecht erhalten. Alles in Allem sollte man den Zeitraum in dem eine Königin eingesperrt ist, so kurz wie möglich halten. Was ebenso zu beachten ist, das die Königin nach der Haft erst wieder die Produktion von Eiern hochfahren muß. Sie also nicht direkt mit der Leistung weiter macht mit der sie aufgehört hat.

Erholung nach dem Versand

Um der Königin nach dem Versand wieder auf ihr Leistungsniveau zu heben, kann man diese vorerst in ein kleines Volk im Standmaß oder Begattungskästchen einweiseln. Hierzu eignet sich die Bildung eines Kunstschwarmes zur Erstellung der Völker wohl am besten. In diesen kleinen Einheiten hat sie dann die Möglichkeit ihre Eierstöcke zu reaktivieren und ihre Pheromonproduktien anzukurbeln. Nach ungefähr zwei Wochen kann die Wabe auf der die Königin sitzt dann in das Wirtschaftsvolk eingehangen werden. Verschiedene Methoden hierzu werden weiter unten beschrieben.

Vorbereiten des Empfängervolkes

Möchte man die Königin eines bestehenden Volkes austauschen so muß diese vor dem Zusetzen entfernt werden. Etwaige Weiselzellen sollten gebrochen werden, auch wenn die neue Königin noch vorhandene, nicht geschlüpfte Königinnen absticht. Nachdem die alte Königin entfernt wurde, kann direkt die neue Königin zugesetzt werden. Möchte man sicher stellen das keine eventuell vorhandene Jungkönigin mehr im Volk ist können alle Bienen in einen Behälter abgefegt werden, danach wird ein Absperrgitter auf die Zarge gelegt, sowie eine weitere Zarge. In die zweite Zarge werden nun alle Bienen aus dem Behälter geschüttet. Diese wandern dann nach unten auf die Waben. Eine eventuell vorhandene Königin bleibt dann mit einer kleinen Traube Bienen oberhalb des Absperrgitters und kann dann entfernt werden.

Methoden des Zusetzens

Einhängen im Versandkäfig

Bei dieser Methode wird der Versandkäfig zwischen zwei Brutwaben gehängt. Zuerst sollte der Käfig vollständig verschlossen bleiben. Nach ein Paar Stunden wird der Käfig entnommen und das Verhalten der Bienen an diesem Beobachtet. Werden die Begleitbienen oder sogar die Königin von den Bienen gefüttert, kann der Käfig mit Futterteig versehen werden und es den Bienen erlaubt die Königin zu befreien. Sollten die Bienen jedoch unruhig oder mit erhobenen Hinterleib am Käfig sitzen, so muß mit dem Öffnen des Käfigs noch gewartet werden.

Diese Methode hat eine sehr gut Annahme Quote, insbesondere wenn man des Verhalten der Bienen am Käfig beachtet.

Einlaufen lassen der Königin

Die Köngigin wird dem Versandkäfig entnommen und entweder auf das Flugbrett oder direkt ins Flugloch oder auf einen Oberträger gesetzt.

Diese Methode ist kurz und schmerzlos, sollte allerdings nur mit vollausgereiften Königinnen die sich ohne Unterbrechung in Eilage befinden angewandt werden.

Zweitschlupfzelle

Im Handel werden sogenannte Zweitschlupfzellen angeboten. Diese werden mit einer dünnen Wachschicht verschlossen, ein kleines Loch eingestochen, und die Königin hineinbucksiert. Danach wird diese Zelle in das Volk zwischen zwei Brutwaben gehängt. Eine solche Zweitschlupfzelle kann auch aus einer Mittelwand und einem dickeren Bleistift oder ähnlicher runder Form hergestellt werden.

Diese Methode wurde von uns noch nicht praktiziert und ist dem Gedanken nach Vollständigkeit hier erwähnt.

Wabe mit Königin einhängen

Hat man die Königin zuerst in ein Kleinvolk oder Begattungseinhet eingeweiselt, so kann man nach ungefähr zwei Wochen die Wabe mit der Königin in das Volk umhängen. Dies funktioniert natürlich auch mit Königinnen die von der Belegstelle kommen. Hier sollte man jedoch der Dame noch zwei bis vier Wochen Reifung zukommen lassen. Man suche also die Wabe auf der sich die Königin befindet und hänge diese am Rand der Beute ein. Wenn möglich mit der Seite auf der die Königin sitzt in Richtung Beutenwand. Abweichungen vom Standmaß lassen sich mit einem Oberträger und Kablebinder überwinden. Auch Schrauben können zur Fixierung verwendet werden. Nach nichtmal einer Woche kann diese Wabe nach Bedarf aus dem Stock entfernt werden, sobald die Königin ihr neues Reich bereist.

Diese Methode hat bei uns eine Annahmequote von mehr als 90% und ist die von uns bevorzugte. Ihr Vorteil liegt darin das die Königin mit einer großen Zahl ihrer Bienen einweiselt und nicht sofort in Kontakt mit den Fremden gerät.

Wabe über Bienenflucht

Diese Methode wurde von Heike Aumeier in einem Artikel im Buckfast Imker vorgestellt. Hierbei wird auf die Beute eine Bienenflucht ohne der eigentlichen Bienenflucht aufgesetzt. Darauf kommt ein Honigraum in den die Waben aus einer MiniPlus Einheit gestellt werden. Die Königinn wandert so nach mehreren Tagen nach unten. Danach können die Waben entnommen werden.

Bei einer abgewandelten Variante wird direkt die ganze Zarge der Begattungseinheit auf das Loch der Bienenflucht gestellt. Darum kommt dann eine entsprechende Zarge mit Deckel.

Diese Methode hat eine sehr gute Erfolgsqoute. Es kann nur manchmal etwas länger daurn bis die Dame auf Wanderschaft geht. Der klare Vorteil ist auch hier das die Königin mit ihresgleichen umgeben ist und so ein sanfter Übergang in der Thronfolge geschieht.

Ausleitung

Zusammenfassung

Wir hoffen das wir mit den vorgestellten Methoden zum Einweiseln ihre Annahmequote verbessern können. Auch wenn eine kleine Bewertung der einzelnen Methoden vorliegt so ist doch die die bei einem selber funktioniert die Beste. Und sicher gibt es noch mehr Tips und Tricks zum Einweiseln. Jedoch möchte ich nicht das sie die alte Königin am Versandkäfig zerreiben um den Geruch der alten auf die neue Regentin "zu übertragen". Wobei die Methode die Königin in Honig zu dippen zumindest ihre Bewegung einschränkt und der Geschmack der Dame sich schnell im Stock verbreitet.

Grundlegend kann ich jedem nur empfehlen sich die eine oder andere Begattungseinheit zu leisten in der man zum einem die neue Königin reifen lassen kann, als auch die Alte parken, als Reserve bei Nichtannahme oder sogar für den nächsten Frühling. Möchte man diese Einheit nicht überwintern, freut sich bestimmt der eine oder andere Stock über etwas Verstärkung nach der Brutsession.

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